Schwimmbad H2Oh! – Ergebnisse aus Bürgerdialog sollen dem Gutachter zur Verfügung stehen

Gemeinsam mit den Grünen haben wir beantragt, die Ergebnisse unseres Bürgerdialogs und der Gesprächsrunde mit Vereinen, Interessengruppen und Parteien dem Gutachter für die Machbarkeitsstudie zum H2Oh! zur Verfügung zu stellen. Die darin genannten Belange sollen bei der Erarbeitung der Studie Berücksichtigung finden. Beraten wird der Antrag im Ausschuss für Gesundheit und Sport.

Warum jetzt?

Der Rat hat im Frühjahr eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht. Sie soll für zwei Varianten jeweils Sanierung und Neubau prüfen: ein Lehr- und Vereinsschwimmbad sowie zusätzlich ein Familienbad. Wichtige Entscheidungsfaktoren sind Bedarf und Akzeptanz in der Bevölkerung sowie die Wirtschaftlichkeit des Betriebs. Genau dazu haben Nutzerinnen und Nutzer viel beizutragen. Deshalb sollte der Gutachter ihre Bedarfe früh kennen, damit die Fragestellung passgenau ausgerichtet werden kann.

Was wir gehört haben

Im Bürgerdialog („Grün-Donnerstalk”) und in der vertiefenden Gesprächsrunde am 4. September wurde deutlich, dass das H2Oh! für viele ein „Kleinod” ist:

  • Schule: Allein die Gesamtschule unterrichtet fünf sechste Klassen mit je rund 28 Kindern in Doppelstunden, dazu kommen eine Nichtschwimmergruppe und eine Nichtschwimmer-AG.
  • Rettungsschwimmer: Die DLRG bildet jährlich 30 bis 40 Rettungsschwimmer aus. Dazu kommen etwa 50 Wiederholer, teils aus anderen Kommunen, weil dort Bäder die Prüfungsvoraussetzungen häufig nicht mehr erfüllen.
  • Vereinssport: Montagabends nutzen über den SC St. Tönis rund 150 bis 200 Kinder, etwa 80 Erwachsene und 20 Wettkampfsportler das Bad.
  • Seniorensport: 700 bis 800 Personen pro Jahr, 28 Stunden pro Woche. Ein weiterer Ausbau wäre möglich und gewünscht, der Engpass ist rettungsfähiges Personal.
  • Reha: Ein privater Anbieter nutzt das Bad montags und donnerstags nachmittags.

Was das Bad braucht

Das Verhältnis von Einzel- und Sammelumkleiden hat sich bewährt. Gebraucht werden ebenerdige Lagerflächen, die auch die Berufsgenossenschaft fordert. Die Sprunganlage könnte getrennt werden, muss aber mindestens ein 3-Meter-Brett umfassen, sonst fehlen die Prüfungsvoraussetzungen. Im Schulbetrieb ist der Sprungturm hinderlich, weil Lehrkräfte nicht wie vorgeschrieben am Beckenrand begleiten können. Das Freizeitbecken mit 210 m² könnte unter Umständen kleiner ausfallen. Für einen Neubau erscheint eine Modulbauweise denkbar, mit den Becken im ersten Geschoss und Technik, Lager und Sprungbereich darunter.

Ideen, die Geld sparen können

Auch zur Wirtschaftlichkeit gab es gute Anregungen, mit wenig Aufwand:

  • Beim täglichen Teilwasseraustausch wird Frischwasser von etwa 10 auf 32 Grad erwärmt, das 32 Grad warme Abwasser aber ungenutzt in die Kanalisation geleitet. Ein Wärmetauscher könnte Energie zurückgewinnen. Eine nachgeschaltete Filteranlage, wie sie im Vitus Bad Mönchengladbach im Einsatz ist, könnte bis zu 90 Prozent des Abwassers vermeiden.
  • Dazu kommen die schrittweise Umrüstung auf LED und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.
  • Die Wasseraufbereitung ist seit etwa zehn Jahren nicht mehr in Funktion, die Ablaufkanäle gelten als dringend sanierungsbedürftig. Offen blieb auch, ob das Blockheizkraftwerk künftig wieder fürs Bad genutzt werden kann.
  • Eine Preiserhöhung um 10, höchstens 20 Prozent erschien den Beteiligten vorstellbar.
  • Organisatorisch könnte der Schwimmunterricht mit den Schulen alle zwei Wochen in doppelter Länge stattfinden. Bisher geht durch Wege- und Umziehzeiten viel Zeit verloren.

Fazit und Bitte an den Ausschuss

Insgesamt hat sich gezeigt, dass der Ideenaustausch zwischen Vereinen, interessierter Bevölkerung und den Entscheidungsträgern in Stadtverwaltung und NEW deutlich ausbaufähig ist.

Wer eine tragfähige Entscheidung über Sanierung oder Neubau will, sollte dem Gutachter vorhandenes Wissen aus dem Alltag des Bades von Anfang an mitgeben. Eine Zusammenfassung des Ideenaustauschs liegt dem Antrag als Anlage bei.