Einmal im Jahr rufen die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft und zwei Gartenakademien zum Mähfreien Mai auf: einen Monat lang den Rasenmäher stehen lassen, Blüten wachsen lassen, Insekten und Kleintieren Raum geben. Was zunächst nach Faulheit klingt, ist ein echter Beitrag zur Artenvielfalt – und der Gedanke dahinter ist einfach: Wer im richtigen Moment kurz innehält, kann viel bewirken. Benachbarte Kommunen wie Kempen machen bereits vor, dass das auch für Städte und Gemeinden funktioniert.
Die GUT-Fraktion hat diese Debatte zum Anlass genommen und am 16. Mai 2026 einen Antrag im Ausschuss für Umwelt, Klima und Landwirtschaft gestellt.
Worum geht es?
Mähroboter sind praktisch – aber ihr Einsatz in der Dämmerung und nachts kann für Igel und andere Kleintiere gefährlich werden. Igel flüchten bei Gefahr nicht, sondern rollen sich zusammen und sind den rotierenden Messern dann schutzlos ausgeliefert. Seit Januar 2025 gilt im Kreis Viersen bereits eine Allgemeinverfügung: Mähroboter dürfen im Zeitraum von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang nicht betrieben werden. Viele Bürgerinnen und Bürger sind mit dieser Regelung womöglich noch nicht vertraut.
Was wir beantragen
Der Mähfreie Mai zeigt: Wenn viele Menschen kleine Dinge anders machen, entsteht echte Wirkung. Genau darum geht es uns auch hier. Wir beantragen, dass die Stadt Tönisvorst die bestehende Regelung aktiv begleitet – mit Information statt Verboten, mit Tipps statt Technikfeindlichkeit:
- Bürgerinnen und Bürger über die geltende Regelung informieren, über städtische Website, lokale Presse und Social Media
- Praktische Hinweise zu kleintierschonender Gartenpflege bereitstellen – möglichst in Zusammenarbeit mit dem NABU Krefeld/Viersen
- Auf städtischen Flächen selbst mit gutem Beispiel vorangehen und kleintierschonende Einsatzzeiten sicherstellen
- Dem Ausschuss bis Ende Februar 2027 über umgesetzte Maßnahmen berichten
Unser Ansatz
Der ordnungsrechtliche Rahmen ist bereits gesetzt – auf Kreisebene. Was jetzt fehlt, ist Sichtbarkeit. Die Stadt kann hier mit einfachen Mitteln einen sinnvollen Beitrag leisten: durch Information, durch Vorbildfunktion auf eigenen Flächen – und indem sie Bürgerinnen und Bürger ermutigt, beim Thema Gartenpflege ein bisschen mehr Rücksicht auf ihre kleinen Mitbewohner zu nehmen. Der Mähfreie Mai macht es vor: Wenn viele Menschen im richtigen Moment kurz innehalten, entsteht daraus echte Wirkung für die Natur.
Mehr Informationen zum „Mähfreien Mai“ bei der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V.
