Die GUT hat zusammen mit der UWT-Fraktion und der fraktionslosen Stadtverordneten Britta Rohr einen Antrag in den Stadtrat von Tönisvorst eingebracht. Ziel: Ausschussvorsitzende sollen nicht mehr eine feste Pauschale pro Monat bekommen, sondern nur noch Geld für Sitzungen, die sie tatsächlich leiten.
Aktuell bekommen Ausschussvorsitzende jeden Monat eine feste Zahlung – egal ob in diesem Monat eine Sitzung stattfindet oder nicht. Das soll sich ändern: Künftig soll es nur noch ein Sitzungsgeld geben, wenn auch wirklich eine Sitzung geleitet wird. Die Höhe richtet sich nach den Vorgaben des Landes NRW.
Damit reagiert die GUT auch auf den Sparkurs der Stadt. Die Ratsmehrheit hat zuletzt pauschale Kürzungen von acht Prozent beschlossen, ohne genau zu sagen, wo gespart werden soll. Die GUT findet: Wer von anderer Sparsamkeit verlangt, muss auch bei der eigenen Entschädigung genau hinschauen.
Ehrenamtliche Arbeit in der Kommunalpolitik ist dabei anspruchsvoll und wichtig, eine Entschädigung dafür richtig. Es geht nicht darum, jemandem etwas wegzunehmen, sondern darum, dass Aufwand und Bezahlung zusammenpassen – gerade, wenn Bürgerinnen und Bürger den Sparzwang im Alltag spüren, etwa an abgestellten Springbrunnen.
Wie groß der Unterschied ausfallen kann, zeigen die Zahlen: Zwischen 2020 und 2025 gab es insgesamt 174 Ausschusssitzungen, die nicht vom Bürgermeister geleitet wurden – im Schnitt nur 3,48 pro Ausschuss und Jahr.
Trotzdem kostete die monatliche Pauschale in dieser Zeit auf Basis des aktuellen Satzes rund 216.240 Euro. Mit einem Sitzungsgeld wären es bei gleicher Sitzungszahl nur rund 62.630 Euro gewesen – ein Unterschied von 71 Prozent. Der zugrunde liegende Satz wird vom Land regelmäßig angepasst und war in den vergangenen Jahren niedriger, sodass die tatsächlich gezahlte Summe etwas geringer ausgefallen sein dürfte.
Die Satzungsänderung soll laut Antrag zum 1. August 2026 in Kraft treten.
