Seit dem Sommer 2025 gelten am Basketballplatz am Kinder- und Jugendtreff „Das Wohnzimmer“ an der Gerkeswiese in Vorst drastisch eingeschränkte Öffnungszeiten: montags bis samstags nur noch von 14:00 bis 20:00 Uhr. Eine Anlage, die als attraktiver Treffpunkt für Kinder und Jugendliche geplant und gefördert wurde – nun kaum noch nutzbar, ohne dass die Politik vorab informiert oder beteiligt worden wäre.
Die GUT fragt nach – und wartet
Als die Gemeinschaft Unabhängiger Tönisvorster im September 2025 von den Einschränkungen erfuhr, stellte sie umgehend eine schriftliche Anfrage an die Stadtverwaltung: Welche Gründe führten zu dieser Maßnahme? Warum gelten für diesen Platz andere Regeln als für vergleichbare Anlagen im Stadtgebiet? Und warum wurde die Politik nicht informiert?
Die Antwort ließ fast zwei Monate auf sich warten – trotz einer Erinnerung nach 14 Tagen und einer weiteren Mahnung mit klarer Fristsetzung Anfang November. Erst am 3. November 2025 meldete sich die Verwaltung – und entschuldigte sich dabei ausdrücklich für die ausgebliebene Reaktion.
Was steckt dahinter?
Die Einschränkungen gehen auf Anwohnerbeschwerden wegen Lärmbelästigung zurück. Die Bauaufsicht des Kreises Viersen legte daraufhin verbindliche Schließzeiten fest. Die Umsetzung wurde den Mitarbeitenden des Jugendtreffs übertragen. Entschieden wurde das Ganze als „laufendes Verwaltungsgeschäft“ – die Politik wurde weder informiert noch beteiligt.
Für die Gemeinschaft Unabhängiger Tönisvorster ist genau das der Kern des Problems: Eine Anlage, die mit öffentlichen Mitteln für junge Menschen gebaut wurde und deren Einschränkung diese unmittelbar trifft, ist kein stiller Verwaltungsakt. Sie ist eine politische Angelegenheit – und gehört in den Rat und seine Ausschüsse.
Ergebnis: Das Thema landet im Ausschuss
Nach beharrlichem Drängen der Gemeinschaft Unabhängiger Tönisvorster wurde das Thema schließlich im Januar 2026 im zuständigen Ausschuss für Soziales, frühkindliche Bildung, Jugend und Senioren behandelt – und sorgte dort für rege Diskussion.
Eine Anlage für Jugendliche – eine Entscheidung gegen jeden
Eine mit Steuergeld geförderte Anlage für Kinder und Jugendliche wird still eingeschränkt – und die Politik erfährt es nur, weil die Gemeinschaft Unabhängiger Tönisvorster hartnäckig nachfragt. Das ist kein Einzelfall, sondern ein Muster. Wer öffentliche Mittel verbaut, schuldet der Öffentlichkeit Rechenschaft – nicht erst auf Nachfrage. Die Jugendlichen in Vorst haben das nicht verdient.
